Zum »Jahr der Bibel« 2003:
Bachs Weihnachtsoratorium als
ökumenisches Gemeinschaftsprojekt
Noch nie erklang das berühmte Bachsche Weihnachtsoratorium vollständig in Memmingen und schon gar nicht an nur einem Tag. Wir bieten Ihnen erstmalig die Gelegenheit, im Rahmen einer Gesamtaufführung das Weihnachtsoratorium komplett zu erleben. Am 21. Dezember wird dieses, sicherlich auf lange Zeit einmalige Konzerterlebnis möglich sein.
Im Jahr der Bibel wollen wir damit bewußt auch ein Zeichen der ökumenischen Verbundenheit setzen.
Bach hat bei der Komposition des Weihnachtsoratoriums zwar nicht an eine konzertante, zusammenhängende Aufführung gedacht. Er schrieb die sechs Teile für die Gottesdienste an den sechs Weihnachtsfesttagen. Interessanterweise gabe er aber selbst dem Werk die Überschrift »Weihnachtsoratorium« und nannte die sechs Glieder, wiewohl in Kantatenform geschrieben, nur »Teil I«, »Teil II« usw. Und das hat seinen guten Grund. Denn anders als eine Kantate, die musikalisch und auch textlich ein abgeschlossenes Ganzes darstellt, gibt es im Weihnachtsoratorium mannigfache Beziehungen der sechs Teile untereinander, wie z. B. der gesamte Tonartenaufbau, die Platzierung von bestimmten Choralmelodien und vieles mehr. Und vor allem ist es der biblische Bericht der Weihnachtsgeschichte, der als roter Faden alle sechs Teile durchzieht.
So handeln wir also durchaus im Sinne Bachs, wenn wir es erstmalig ermöglichen, das Gesamtkunstwerk »Weihnachtsoratorium« auch im Gesamten zu hören und mitzuerleben. Wir sind sicher, daß es für uns alle ein neues Hörerlebnis werden wird und wir neue Zugänge zu diesem populären Werk gewinnen können.
Die gesamte Aufführungsdauer beider Teile entspricht etwa der von Händels »Messias«, der Hörer wird also sicherlich nicht durch ein überlanges Konzert überfordert. Zwischen den beiden Teilen (der erste mit den Kantaten 13 findet in Sankt Martin, der zweite mit den Kantaten 46 in Sankt Josef statt), gibt es zudem eine ausreichend lange Pause.
1. Teil des Konzertes in Sankt Martin
Den Anfang in der Gesamtaufführung macht die Kantorei St. Martin, die, beginnend um 16.30 Uhr, die ersten drei Teile des Oratoriums zu Gehör bringen wird. Die Leitung hat KMD Hans-Eberhard Roß, es spielt das Bachkantatenorchester St. Martin. Die Solisten:

| Teil 1 | Kantate zum 1. Weihnachtsfeiertag | Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage |
| Teil 2 | Kantate zum 2. Weihnachtsfeiertag | Und es waren Hirten in derselben Gegend |
| Teil 3 | Kantate zum 3. Weihnachtsfeiertag | Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen |
2. Teil des Konzertes in Sankt Josef
Nach einer Pause, in der ausreichend Zeit zum »Umzug« in die St.-Josefs-Kirche, vielleicht aber auch zur Einkehr in eines der Cafés der Memminger Innenstadt besteht, folgen dann um 19.30 Uhr die Teile 4 bis 6 des Weihnachtsoratoriums, gesungen vom Kirchenchor Sankt Josef. Das Orchester stellt hier das Ensemble »Concerto 99«, die Leitung hat Chordirektor Christian Weiherer. Die Solisten sind:

| Teil 4 | Kantate zum Neujahrstag | Fallt mit Danken, fallt mit Loben |
| Teil 5 | Kantate zum Sonntag nach Neujahr | Ehre sei dir, Gott, gesungen |
| Teil 6 | Kantate zu Epiphanias | Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben |
Interessante Links zu diesem Konzert: